eines muss ich noch loswerden zum thema nationalfeiertag, tag der deutschen einheit gestern.
in irgendeiner nachrichtensendung sagte ein 18jähriger, dass er sich nicht an die zeit der DDR erinnern könne, auch nicht an die grenzöffnung und auch nicht viel über einheit und geteiltes deutschland wisse. deswegen sähe er keinen grund, den tag zu feiern.
das ist meiner meinung nach lächerlich! welcher franzose war wohl beim sturm auf die bastille 1789 dabei und feiert deswegen jedes jahr am 14. juli? welcher mexikaner kann sich noch persönlich an die zeit vor der unabhängigkeit von spanien 1821 erinnern? welcher ire kannte st. patrick persönlich?
und wenn ich nichts über die geschichte meines landes weiß, dann sollte das schleunigst geändert werden. zum beispiel indem ich ein grenzmuseum wie point alpha besuche (indem fall könnten wir uns sogar auf einen kaffee treffen). indem ich filme wie gestern abend das leben der anderen sehe und etwas davon erfahre, dass die DDR eine diktatur war, die ihre einwohner bis zum letzten gequält hat. und nicht nur ein teil von deutschland, wo sie halt sächsisch reden und mit trabis rumfahren. indem man mal “rüber” fährt und zum beispiel in leipzig das stasi-museum besucht.
mein blog wird jetzt wieder unpolitisch, aber das musste ich doch noch loswerden.
es spielt sicher eine rolle, dass ich im damaligen grenzgebiet aufgewachsen bin, dass nach 10 kilometern die straße zu ende war und ein stark bewachter zaun mitten durchs land ging und ein volk voneinander getrennt hat. ich habe miterlebt, wie grenzübergänge plötzlich offen waren, auch als 11-jährige kann man so was begreifen. natürlich wäre es mir lieber, es gäbe keinen solidaritätszuschlag, aber vielleicht kann man so was mal einen tag lang in den hintergrund stellen.

