manchmal muss man ja zum glück gezwungen werden. wenn man 31 ist, gerne an der frischen luft ist und sport macht, keine höhenangst hat- und trotzdem noch nie skifahren war, dann ist doch was nicht in ordnung. das schicksal war mir aber hold, und beim gewinnspiel von pfiff kam tatsächlich der hauptgewinn ins mailfach gesegelt. während der stressigen arbeitstage im februar und märz ein lichtblick am horizont!
die ersten tage eher ernüchternd. warum war ich eigentlich die einzige, die dauernd gestürzt ist? die nicht bremsen konnte? deren ski nicht parallel standen? die aus dem tellerlift geflogen ist und den sch*** berg zum weißen haus hoch wandern musste?
aber irgendwann hats geclickt, und der skivirus hatte mich gepackt. nachtabfahrt nach dem fondueabend im schweizer haus? leichte angst ums eigene leben, aber ein kleines gläschen willi bringt das gleichgewicht und die euphorie wieder nach oben. rote piste am vorletzten tag? klar doch! bei schneesturm, wind und neu-tief-schnee aber ohne sicht am letzten tag noch bis kurz vor der busabfahrt die zeit optimal nutzen? logisch!
welch glücksgefühl, außer atem und mit puls auf 180 und breitem dauergrinsen wieder am lift angekommen zu sein und direkt wieder nach oben zu reiten, damit man sich wieder an die kante stellen kann.
schönheitspreise bekomme ich keine, technik-mäßig diene ich höchstens als schlechtes beispiel. aber gestürzt bin ich am ende so gut wie gar nicht mehr, hatte keine bedenken mehr vor tellerliften, habe mich über langsame gestalten geärgert, die vor mir über den weg geschlichen sind, war dauer-high, habe kurz vor der heimfahrt doch noch bei schlimmstem wetter eine neue strecke ausprobiert- und gemeistert-, sonnenbrand und blaue flecken blieben glücklicherweise die einzigen störenfriede. ein mitreisender sagte irgendwann kopfschüttlend: „zögerlich fährst du ja nicht gerade. könnte aber eleganter sein“.
welch glück, mittags eine pause im liegestuhl zu machen, trocken brot hinunter zu schlingen, fachmännisch andere skifahrer zu beobachten, zu bewundern. die sonne, die berge, den blauen himmel, die luft, die ruhe genießen. und dann wieder auf, in die skischuh zwängen, helm, brille, handschuh, ski, stöcke und auf ein neues.
war doch eigentlich klar, dass skifahren was für mich ist. hätte ich auch mal 30 jahre früher ausprobieren können…

