es ist dann endlich so weit!
rucksack gepackt, wohnung tiptop, nachbarn rekrutiert, kühlschrank geleert und vorratsschrank gefüllt.
bleibt der einzige schreck, dass ausgerechnet heute nacht die uhr umgestellt wird, ich nicht weiß, ob das iphone sprich der wecker das von alleine mitbekommt und deshalb lieber den reisewecker wieder ausgepackt und schon mal umgestellt habe. nervenkitzel bis zum schluss…
ganz andere sorgen macht mir die tatsache, dass ich ohne iphone reisen und wohl die größte zeit in cuba auch offline sein werde. ohne iphone heißt zum beispiel, ich muss den alten mp3 player rauskramen und da jetzt mal lieder drauf laden. ich brauche eine kamera. einen wecker. eine liste mit adressen. das alte telefon, dass nicht viel mehr als telefonieren kann für den notfall. das bekommt aber erst morgen früh als letzte aktion die iphone sim karte.
ich habe einen reiseführer (buchform) gekauft (aber nicht gelesen), weil man ja nicht online gehen kann. ich habe einen stadtplan von havanna (da ohne google maps unterwegs…). ich werde zwei wochen nicht wissen, wie die deg spielt. werde nicht wissen, welche geocaches auf meiner watchlist gefunden wurden oder auch nicht. wer welche meinung zum tatort hat (tatort verpassen ist dann doch nicht so wild). ob die züge im ruhrgebiet verspätung haben, in welcher kantine der welt es was zu essen gibt, wer gerade welche musik hört und gut findet, wo es neue theorien, ideen und best practice beispiele im etourismus gibt. ich werde postkarten schreiben- das hat man früher, vor twitter und so gemacht, es sind bunte fotos aus dem urlaubsland, wo man drauf schreibt, was man sonst twittert, es dann in die post steckt und 3 monate später liest der empfänger den content. im übrigen erreichen nur 50 prozent aller postkarten aus cuba ihren empfänger.
dazu reise ich in den sozialismus, in eine diktatur, wo es getrennte währungen für einheimische und besucher gibt, wo kolonialstädte welterbe sind und nicht bergwerke, wo es wohl schwierig ist ein ordentliches essen zu bekommen und man deswegen einfach auf rum und zigarren umsteigen sollte. morgens um 8 kommt der schulbus, der einen zum sprachkurs mit beginn um 8.15 uhr bringt.
ich erlebe das wunderbare gefühl, dass ich jetzt schon vermisst werde, und ich glaube zudem, dass nach meiner rückkehr eh alles besser wird und der mörderstress der letzten wochen vorbei ist. und ganz bald, wenn ich wieder da bin, geht dann das neue blog online.
in jedem falle gehen ab jetzt die uhren anders.
ich bin dann mal weg.

