im großen und ganzen sind die suchwörter, über die leser auf mein blog kommen, recht normal. neuseeland, die toten hosen, geocachen immer öfter, düsseldorf, solche sachen. eines hat mich heute doch mal wieder zum schmunzeln gebracht:
wütender eishockey trainer
ich weiß nicht, warum man so was googlet, und ob derjenige eine antwort hier gefunden hat. ich weiß nicht, wer bei der deg in diesen tagen wütender ist, der trainer oder die fans. und ich selbst bin zwar nicht wütend aber ein wenig traurig, dass ich durch den urlaub (auf den ich mich wahnsinnig freue! nicht falsch verstehen…) doch einige spiele verpasse. aber die saison ist ja noch lang…
die eishockeynews befragte kürzlich fans und wollte wissen, welches denn das kultigste eishockey-stadion in deutschland ist. nicht wirklich überraschend wurde heute verkündet, dass das stadion an der düsseldorferbrehmstraße auf den ersten platz gewählt wurde.
dort fing alles an, mit mir und der DEG, die wohnung nur um die ecke vom eisstadion, da geht man mal hin und sieht sich das spektakel an- und was haben wir seitdem zusammen erlebt :-)
das bittere an der wahl ist leider, dass die spiele der ersten mannschaft der DEG halt nicht mehr an der brehmstraße laufen sondern im (inzwischen gar nicht mehr so) neuen ISS dome in rath. klar ist es dort warm und nicht so zugig, ja es gibt genug stehplätze, ja wir dürfen wunderkerzen. und inzwischen hat man sich irgendwie auch an die neue halle gewöhnt. das letzte spiel der letzten saison, da war es ja fast wie früher. fast, denn es ist einfach nicht die brehmstraße.
der check von hinten hat auch schon zum thema gebloggt, und recht hat er mit der idee, zumindst pokalspiele oder fanevents wie den saisonauftakt an der brehmstraße zu machen, und nicht im stahlwerk… man hat sich sicher inzwischen damit abgefunden, in die neue halle zu gehen, aber ab und an hätte man gerne einen grund, den mythos und die gänsehaut vergangener generationen noch mal schnuppern zu können. man könnte ja auch die meisterschaft an der brehmstraße feiern zum beispiel. und alle untröstlichen können am alten eisstadion zumindest geocachen gehen!
ich erinnerte mich wieder mal an dieses großartige lied:
und da beim eishockey qualvolle spiel-pause herrscht (auch wenn ja schon frohe kunde in form von saison-auftakten kommt), war ich gestern im niederrheinstadion in oberhausen und habe mir das spiel rot-weiß oberhausen gegen wehen-wiesbaden angesehen. und daher der wissenschaftlich-fragwürdige vergleich zwischen Eishockey und Fußball.
Status
in den letzten Eishockeytagen ging es ums finale der deutschen meisterschaft. die deg hat sich gut geschlagen und letztendlich gegen den meister verloren. im spiel gestern ging es um den abstieg aus der 2. bundesliga. rwo hat zuhause gegen den tabellenletzten und jetzt feststehenden absteiger verloren. ohne irgendwas dagegen zu tun.
deg 1 – rwo 0
anreise
zu rwo gehe ich zu fuß. sehr angenehm. es gibt an der emscherkurve einen eigenen frauen-eingang. zur brehmstraße damals gins auch zu fuß, anreise zum stadion an der theodorstraße in düsseldorf ist mit auto wie mit öpnv eine katastrophe.
deg 1 – rwo 1
stadion
das tolle am niederrhein stadion: man kann die schiffe auf dem rhein-herne-kanal beobachten. das war gestern auch weitaus spannender als das spiel. warum es niederrhein stadion heißt- eins der ungelösten rätsel der menschheit. beim wolkenbruch gegen 18.30 gestern wurden dann die vorteil des iss dome deutlich: dort wird man höchstens nass, wenn jemandem beim torjubel das altbier ausm becher schwappt. versorgungslage ist besser. der dome ist aber trotz allem noch immer nicht die brehmstraße. und da regen kein argument ist- keine punkte.
deg 1 – rwo 1
musikalische untermalung
da lief mir gestern ein kalter schauer über den rücken. noch vor dem eingang wollte ich wieder umkehren- da lief tatsächlich „abenteuerland“ von Pur! und ich dachte ich geh zum malocherverein. beim letzten deg-spiel: die nationalhymne von doro pesch. die rwo-einlaufhymne ist ein ominöses „die macht vom niederrhein“ von der band emscherkurve 77 (text hier). verglichen mit schneewalzer und 20 minuten langem altbierlied undundund. deutliche punktevergabe.
deg 2 – rwo 1
zuschauerattraktivität
ich bekam nach dem spiel eine twitter botschaft mit dem inhalt „rwo hatte heute wirklich einen schlechten tag, ich hoffe, das heutige match hat dich nicht vergrault ;-)“ und auch vorher schon gab es kommentare wie „das ist das schlechteste spiel der saison, wir mussten die jungs noch nie auspfeifen“. gut, das war mein pech. ich habe auch schon schlimme eishockey spiele gesehen, auch die deg kann mal ein drittel lang völlig unsichtbar sein. aber insgesamt gesehen finde ich hockey deutlich attraktiver für die zuschauer. es ist sehr viel schneller, es passiert mehr, man ist näher dran. punkt deg.
deg 3 – rwo 1
regeln
fußball-regeln sind einfacher, aber ich gucke auch schon grob geschätzt 30 jahre fußball und habe selber gespielt, eishockey erst seit ein paar jahren. beim fußball kommt man auch als neuling eher rein, allein weil die meiste zeit die gleichen spieler auf dem platz stehen. punkt fußball.
deg 3 – rwo 2
fans
die deg-fans sind die besten fans der welt. bei rwo gabs ein paar hundert auf der haupt (sitz-) tribüne, die übers spiel gesehen 4 verschiedene lieder gesungen haben. dies mit engagement und bis zum schluss durch, mit fahnen-gewehe und so. der rest war ruhe. und obwohl der block 16 in düsseldorf auch nicht der aller-lauteste ist- das ist doch was anderes. größeres repertoire, wunderkerzen, imbesten fall ein ganzes stadion, das mitmacht. niedersingen des gegners. und wenns langweilig wird, kommt mit einem anti-köln-lied schon wieder stimmung auf. klarer fall.
deg 4 – rwo 2
subjektiver sonderpunkt
bei der deg kenne ich die leute, die vor hinter rechts und links von mir stehen. einfach, weil sie immer da stehen. außer wenn sich ein paar eventis einschleichen. bei der deg ist das herz dabei. bei einem durchschnittlichen deg spiel leiden blutdruck, fingernägel, nerven und stimme. gestern bin ich zwei minuten vor schluss gegangen, um nicht ins ausgangs-getümmel zu geraten.
deg 5 – rwo 2
FAZIT: ich gehe gerne zum fußball, aber lieber zum eishockey, man kann äpfel und birnen nicht vergleichen, ich werde eher zum groundhopper als zum rwo-mitglied, vielleicht sollte ich doch den (alten oder neuen) aachener tivoli öfter anpeilen, du gehst niemals allein. das herz allerdings, das schlägt weiter rot-gelb.
der redakteur der rheinischen post sagt eigentlich das selbe wie ich in seinem artikel, nur ein bisschen anders. wahrscheinlich darf er keine phrasen wie „magische momente“ benutzen… eigentlich übernehme ich keine texte komplett von anderen, aber hier geht es um was besonderes!
Das beste Publikum der Eishockey-Welt
VON CHRISTIAN KURTH – zuletzt aktualisiert: 16.04.2009 – 10:12
Düsseldorf (RPO)Für einen Moment fühlte es sich an, als stünden die 13.376 Zuschauer nicht im ISS Dome, sondern an der Brehmstraße. Es waren nur noch wenige Minuten zu spielen im finalen Finale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft, als sich das selbsternannte beste Publikum der Welt zurückmeldete.
Die Düsseldorfer EG lag mit 2:4 gegen die Eisbären zurück, nur ein Wunder hätte den Metro Stars noch helfen können. Die DEG-Fans reagierten weder mit wütenden Anfeuerungen, noch mit Schmährufen gegen den Gegner. Die DEG-Fans feierten ihre Mannschaft. Die Ostkurve stimmte die Düsseldorf-Hymne an. Die Fans feiern die „schöne DEG“. Eine Gänsehaut-Atmosphäre, in der selbst die euphorischen Berliner Fans kurz innehielten. Es war wie einst an der Brehmstraße, an der die DEG acht Meisterschaften gewann.
Diese Stimmung stand eins zu eins für die bemerkenswerte Leistung einer Düsseldorfer Mannschaft, die mit Beginn der Play-offs den Schalter umgelegt hatte. Im Viertelfinale wurde der rheinische Rivale aus Krefeld nach dramatischen sieben “Straßenbahn-Derbys“ in den Sommerurlaub geschickt.
Der Tabellenzweite der regulären Saison aus Hannover musste dann im Halbfinale dran glauben, weil sich die DEG trotz diverser Rückschläge und Rückstände nicht kleinkriegen ließ. Mit sagenhafter Moral gelang in Spiel fünf auswärts der nächste große Coup.
Die Triumphe über Krefeld und Hannover brachten Teamgeist und Zuversicht. Und sie weckten vor allem die Stadt auf, in der sich der „ältere“ Teil der Bürger an packende Brehmstraßen-Derbys gegen die Kölner Haie erinnert.
Im Finale kamen nun die übermächtigen Eisbären aus Berlin, denen die Buchmacher so niedrige Quoten verpassten, dass es sich nicht mehr lohnte, zu setzen. Und wieder fand die DEG eine Lösung. Mannschaft, Trainer und Umfeld rückten noch enger zusammen. Sie taten genau das, was man gegen Stärkere tun muss: das Kollektiv nutzen, Siegeswillen entwickeln. Der Erfolg in Spiel zwei weckte Hoffnungen.
Für den Meistertitel hat es letztlich doch nicht gereicht. Aber die DEG hat etwas gewonnen, was womöglich viel mehr Wert besitzt. Sie hat das beste Publikum der Welt zurückgeholt. Es ist zu hoffen, dass sich sowohl Spieler als auch Fans zu Beginn der kommenden Saison erinnern – erinnern an tolle Play-offs im März und April 2009. Dann fühlt es sich vielleicht wieder so an.
vorhin, im eisstadion, gab es einen verzauberten moment. die deg hatte gerade das 2:0 gemacht. in dem moment hatte ich das gefühl, ich war genau an dem ort auf der welt, an dem ich sein wollte. block 16 vom düsseldorfer eisstadion. mein team führt und hat noch alle chancen deutscher meister zu werden. ich war dabei. meine kratzige stimme zeugt davon, dass ich alles gegeben habe.
3 finals hatte es schon gegeben, ich hatte alle am ticker oder im webradio verfolgen müssen, war glückselig,für heute eine karte bekommen zu haben. die erwartungen an die deg waren wohl eher niedrig, die meisten hätten wohl mit einem klaren 3:0 für die berliner gerechnet. aber, tadaa, trotz einiger spiele mehr in den knochen konnten die düsseldorfer im ersten spiel mithalten, das zweite gewinnen, das dritte wurde ganz schnell wieder vergessen.
und auch heute hatte alles ganz gut angefangen. 27 grad luden ein einen warmen wollschal umzulegen. juckende farbe ins gesicht zu klatschen. ins auto der nachbarin zu steigen.
das spiel war wirklich spannend, die stimmung großartig- das eisstadion war tatsächlich mal ausverkauft. irgendwann führten die berliner mit 2 toren vorsprung, die düsseldorfer waren müde und hatten einfach keine kräfte mehr. und trotzdem haben alle alles gegeben. es kam pech dazu, fragwürdige schiedsrichter entscheidungen, und dann war einfach die zeit zu kurz. auch die fans haben alles gegeben. ich würde sagen 10 minuten vor ende war allen klar, wie die geschichte ausgeht. die berliner fans fingen an party zu machen. ein kurzer moment der stille und des runterschluckens bei den vielen rot-gelben- und dann wurde die mannschaft gefeiert bis zum ende.
wie hart es war, die berliner in eigener halle meister werden zu sehen. die saison mit einer heimniederlage zu beenden. die enttäuschten spielerrumschleichen zu sehen. pokal und goldglitzer- für die anderen. wo wir doch echt nah dran waren dieses jahr. und trotzdem war es irgendwie ok in dieser art und weise zu verlieren. gegen ein excellentes berliner team. aber mit einer eigenen mannschaft, die alles gegeben hat, gekämpft hat, und die mehr erreicht hat, als ihr für dieses finale zugetraut wurde. es waren keine 3 spiele, die mit 0:5 ausgingen. nächste saison gehts von vorne los, und vielleicht klappt es dann mit der meisterschaft. die nachbarin und ich wollen jedenfalls zu einem auswärtsspiel nach berlin fahren. und denen mal zeigen, wie man eishockey spielt!
denn auf eines kommt es doch eigentlich nur an: die nummer 1 am rhein zu sein. und das ist eindeutig dieses jahr.
bis september, rot-gelb.
ps: wäre schon schön, wenn das iphone ne bessere kamera hätte. und das layout der bilder sollte eigentlich auch anders sein. aber man kann wohl nicht alles haben…
hardcore nannte es jemand bei twitter, als ich schrieb, dass ich heute um 5 in die kirche gehen wollte.
aber das gehört halt dazu, wenn ich ostern im heimatdorf bin, da steht man in aller frühe auf, marschiert zeitig los, damit man auch einen sitzplatz in der kirche bekommt. alles ist dunkel, vor der kirche brennt ein feuer, die vögel trällern unglaubliche fanfaren. eine große osterkerze wird am feuer entzündet, jeder zündet seine kleine kerze daran an, im kerzenschein wird die halbe bibel vorgelesen. nach einer weile dann glocken- und orgel-getöse, alle verfügbaren kerzen und lampen an und bis dahin ist man so weit wach, dass man die gloria gesänge mitschmettern kann. durchhalten bis zum anschließenden gemeinsamen frühstück.
ostern halt. dafür stellt man auch seinen wecker an einem sonntag morgen auf viertel vor fünf. einmal im jahr geht das.
es kann ja auch nicht schaden, ein, zwei gebete nach oben zu schicken, damit die DEG vielleicht noch zwei kleine finalspiele gegen berlin gewinnt. so wie gestern. ich war bei der familie und nicht im stadion, dafür lauschten wir beim angrillen gestern abend mehr (ich) oder weniger (die anderen) interessiert der übertragung aus dem webradio. nach spielende lagen hähnchenschenkel und knoblauchbrot auch erst mal in der ecke, bis der kartenverkauf für mittwoch gestartet hatte und ich die ticketbestätigung in meinem email postfach hatte.