Die Schokoladen-Seiten des Lebens

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Mit ‘deutschland’ verschlagwortete Einträge

der baader-meinhof film

Verfasst von schokoladenseiten am 8. Oktober 2008

viel wurde über den film der baader-meinhoff komplex geschrieben, viel diskutiert. hier also meine meinung dazu.

ich denke es ist auf jeden fall ein sehenswerter film. betonung auf spielfilm, keine dokumentation. es ist sicher hilfreich, schon ein gewisses vorwissen über die RAF-thematik zu haben, sonst ist es teilweise nicht einfach, den überblick über personen und handlungsstränge zu behalten. der film regt auch an, sich hinterher intensiver mit dem thema zu beschäftigen, verschiedene sichtweisen zu hören, die zeit aus einer anderen perspektive erzählt zu bekommen, nicht nur aus der der terroristen wie im film.

leider ist auch dieses thema deutscher geschichte eines, das in der schule nicht auftaucht. ich persönlich kann mich zwar an die terroristen-suchplakate erinnern, die bei uns anfang der 80er noch auf dem postamt hingen, was es aber genau damit auf sich hatte, erfuhr ich erst viel später, so nach und nach und mehr auf eigenes suchen hin. dann passierte da noch was in bad kleinen, aber so richtig sinn machte das doch nie.

damit bietet der film einen ganz guten ein- und überblick über die RAF-zeit, wenn auch proppevoll mit einer riesigen menge an ereignissen, aber um alles in 150 minuten unterzubringen musste halt irgendwo „gespart“ werden. an der beschreibung vieler charaktere zum beispiel, ihren hintergründen etc. oder ein näheres eingehen auf eines der opfer, deren familien, der polizisten. aber in spielfilmlänge ist einfach nicht alles zu schaffen.

der film zeigt ein bild äußerst brutaler, aggresiver, kaltblütiger und ungerechter gewalt. von seiten der polizei, von seiten der terroristen. berichte, die ich im voraus über den film gelesen hatte, sprachen von einer beschönigung der tatsachen, von romantisierung der hauptpersonen, von sympathischen tendenzen. in den ersten paar minuten gibt es sicher so etwas wie sympathie, als die iranischen shah-fans auf die demonstranten losgehen, die polizei in unfassbarer weise (nicht)reagiert. sobald aber das große morden, foltern, quälen, hinrichten losging, fand ich wirklich keinen der terroristen sympathisch. sondern nur brutal, beängstigend und verstörend. der unwille zum reden, zur diplomatie (wird etwa in der mitte des films thematisiert) ist mir völlig unverständlich. demokratie und rechtsstaat sind vielleicht keine perfekte staatsform, aber es gibt keine bessere. und in einer demokratie darf nicht so gemetzelt werden. protest ja, nicht alles gefallen lassen ja, aber nicht auf diese weise.

es gäbe noch viel zu dem thema zu sagen, zum film, zu den schauspielern- aber ich lasse es mal bei diesen zeilen.

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noch was zum feiertag

Verfasst von schokoladenseiten am 4. Oktober 2008

eines muss ich noch loswerden zum thema nationalfeiertag, tag der deutschen einheit gestern.

in irgendeiner nachrichtensendung sagte ein 18jähriger, dass er sich nicht an die zeit der DDR erinnern könne, auch nicht an die grenzöffnung und auch nicht viel über einheit und geteiltes deutschland wisse. deswegen sähe er keinen grund, den tag zu feiern.

das ist meiner meinung nach lächerlich! welcher franzose war wohl beim sturm auf die bastille 1789 dabei und feiert deswegen jedes jahr am 14. juli? welcher mexikaner kann sich noch persönlich an die zeit vor der unabhängigkeit von spanien 1821 erinnern? welcher ire kannte st. patrick persönlich?

und wenn ich nichts über die geschichte meines landes weiß, dann sollte das schleunigst geändert werden. zum beispiel indem ich ein grenzmuseum wie point alpha besuche (indem fall könnten wir uns sogar auf einen kaffee treffen). indem ich filme wie gestern abend das leben der anderen sehe und etwas davon erfahre, dass die DDR eine diktatur war, die ihre einwohner bis zum letzten gequält hat. und nicht nur ein teil von deutschland, wo sie halt sächsisch reden und mit trabis rumfahren. indem man mal „rüber“ fährt und zum beispiel in leipzig das stasi-museum besucht.

mein blog wird jetzt wieder unpolitisch, aber das musste ich doch noch loswerden.

es spielt sicher eine rolle, dass ich im damaligen grenzgebiet aufgewachsen bin, dass nach 10 kilometern die straße zu ende war und ein stark bewachter zaun mitten durchs land ging und ein volk voneinander getrennt hat. ich habe miterlebt, wie grenzübergänge plötzlich offen waren, auch als 11-jährige kann man so was begreifen. natürlich wäre es mir lieber, es gäbe keinen solidaritätszuschlag, aber vielleicht kann man so was mal einen tag lang in den hintergrund stellen.

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feiern

Verfasst von schokoladenseiten am 3. Oktober 2008

deutschland ist ein großartiges land. wir haben grund zum feiern. leute, feiert!

und danke an google und die blogkönigin für das.

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ideen für den 3. oktober

Verfasst von schokoladenseiten am 1. Oktober 2008

noch nicht lange her, da habe ich den 3. oktober von mexiko erlebt, den nationalfeiertag, der dort unabhängigkeitstag heißt und am 16. september gefeiert wird. man erinnert an die unabhängigkeit von spanien und feiert so richtig!

unser nationalfeiertag ist ja immer noch sehr neu, grundsätzlich grau und verregnet, irgendeine stadt richtet eine zentrale feier aus (eine internetsuche danach ist relativ ergebnisarm und bringt hauptsächlich meldungen zur sicherheitslage und störern!), die rheinländer fahren nach holland zum kaffee kaufen, der rest der nation gammelt auf dem sofa rum. in hessen fällt der freie tag eigentlich gar nicht auf, weil’s der erste tag der herbstferien ist.

wie wäre es, die mexikaner ein bisschen zu kopieren:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

schon tage vorher kann man fahnen in allen größen kaufen, tröten, windrädchen und sonstigen schnickschnack. der blaue himmel passt natürlich auch gut zum feiern.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

die schaufenster der läden bringen auch schon mal in stimmung.

 

 

 

 

so einen kokosriegel in mexikanischen farben kann man doch auch in schwarz-rot-gold bauen!

 

 

 

 

 

 

 

 

und wir könnten uns alle schwarz-rot-goldene streifen ins gesicht tätowieren malen. oder?

immerhin haben wir nicht das problem der mexikaner mit den verschiedenen zeitzonen innerhalb des landes… das feiern beginnt nämlich schon am abend vorher, bzw um mitternacht startet in der hauptstadt eine große rede, wo dann alle viva mexico rufen, danach feuerwerk. jede stadt feiert natürlich ihre eigene party, macht eigenes feuerwerk und bringt bands auf die bühne etc, die rede wird aber aus D.F. übertragen. wir in ensenada wollten uns das natürlich nicht entgehen lassen und verließen uns auf den einheimischen freund, der um 23 uhr am rathaus sein wollte. dumm gelaufen, das feuerwerk war vorbei, die rede sowieso, wir waren eine stunde zu spät. mitternacht in D.F. ist 22 uhr in ensenada. immerhin konnten wir noch die mexikaner in ihren besten cowboyhüten und sombreros bestaunen, und die musiker sorgten dafür, dass wir auch das eine oder andere mal ein viva mexico brüllen durften.

schade, dass es immer noch schwierig ist, ein „hoch lebe deutschland“ am 3. oktober zu jubeln.

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die deutschen

Verfasst von schokoladenseiten am 28. August 2008

heute morgen im radio ging es um eine studie mit dem thema „which country has the biggest bastards“. die ersten raenge wurden von suedafrika, australien und usa eingenommen. deutschland belegt laut der studie den letzten platz. sprich die deutschen maenner sind alles andere als bastards, wow!

dann ging ich zur bank, um mein konto aufzuloesen. waehrend der formalitaeten fragte mich die mitarbeiterin:“ist es wahr, dass man in deutschland nur 4 tage arbeitet, 3 tage frei hat, und trotzdem viel geld verdient?“ war mir bisher nicht bekannt, aber es kann ja viel passieren in einem jahr.

das macht das verlassen von neuseeland ja direkt einfacher, ich bin demnaechst im land mit den nettesten maennern der welt und mit tollen arbeitsbedingungen. koennte es bitte in deutschland jetzt auch fruehling werden wie hier?

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