viel wurde über den film der baader-meinhoff komplex geschrieben, viel diskutiert. hier also meine meinung dazu.
ich denke es ist auf jeden fall ein sehenswerter film. betonung auf spielfilm, keine dokumentation. es ist sicher hilfreich, schon ein gewisses vorwissen über die RAF-thematik zu haben, sonst ist es teilweise nicht einfach, den überblick über personen und handlungsstränge zu behalten. der film regt auch an, sich hinterher intensiver mit dem thema zu beschäftigen, verschiedene sichtweisen zu hören, die zeit aus einer anderen perspektive erzählt zu bekommen, nicht nur aus der der terroristen wie im film.
leider ist auch dieses thema deutscher geschichte eines, das in der schule nicht auftaucht. ich persönlich kann mich zwar an die terroristen-suchplakate erinnern, die bei uns anfang der 80er noch auf dem postamt hingen, was es aber genau damit auf sich hatte, erfuhr ich erst viel später, so nach und nach und mehr auf eigenes suchen hin. dann passierte da noch was in bad kleinen, aber so richtig sinn machte das doch nie.
damit bietet der film einen ganz guten ein- und überblick über die RAF-zeit, wenn auch proppevoll mit einer riesigen menge an ereignissen, aber um alles in 150 minuten unterzubringen musste halt irgendwo „gespart“ werden. an der beschreibung vieler charaktere zum beispiel, ihren hintergründen etc. oder ein näheres eingehen auf eines der opfer, deren familien, der polizisten. aber in spielfilmlänge ist einfach nicht alles zu schaffen.
der film zeigt ein bild äußerst brutaler, aggresiver, kaltblütiger und ungerechter gewalt. von seiten der polizei, von seiten der terroristen. berichte, die ich im voraus über den film gelesen hatte, sprachen von einer beschönigung der tatsachen, von romantisierung der hauptpersonen, von sympathischen tendenzen. in den ersten paar minuten gibt es sicher so etwas wie sympathie, als die iranischen shah-fans auf die demonstranten losgehen, die polizei in unfassbarer weise (nicht)reagiert. sobald aber das große morden, foltern, quälen, hinrichten losging, fand ich wirklich keinen der terroristen sympathisch. sondern nur brutal, beängstigend und verstörend. der unwille zum reden, zur diplomatie (wird etwa in der mitte des films thematisiert) ist mir völlig unverständlich. demokratie und rechtsstaat sind vielleicht keine perfekte staatsform, aber es gibt keine bessere. und in einer demokratie darf nicht so gemetzelt werden. protest ja, nicht alles gefallen lassen ja, aber nicht auf diese weise.
es gäbe noch viel zu dem thema zu sagen, zum film, zu den schauspielern- aber ich lasse es mal bei diesen zeilen.





