seit tagen geht die geschichte von dem mann aus essen durch die presse, der sieben jahre lang tot in seiner wohnung lag – und niemand hat es gemerkt. sieben jahre lang wurde er nicht vermisst. der spiegel schreibt zum beispiel:
„Vermutliches Sterbedatum des gebürtigen Gladbachers ist laut Polizei der 30. November 2000. An diesem Tag hatte er zuletzt einen Brief vom Sozialamt erhalten, der geöffnet in der Wohnung lag. Auf dem Tisch neben dem Bett fanden die Beamten Zigaretten, Kleingeld in D-Mark und eine aufgeschlagene Fernsehzeitung.“
mir geht diess schicksal seit tagen nicht aus dem kopf. sterben müssen wir alle, das ist schlimm, aber doch unvermeidlich. man muss versuchen, das beste aus dem eigenen leben zu machen und alles so weit es geht genießen. aber wie traurig muss dieses leben vor dem tod gewesen sein, ohne freunde, ohne nachbarn, ohne familie, ohne stammtischkollegen, hunde-runde-dreher, bundesliga-ergebnis-diskutierer. ohne alles, dass der tod sieben lange jahre nicht auffällt! das man einfach nicht mehr da ist, und keiner bekommt es mit. das leben geht einfach weiter seinen gang.
im moment bräuchte ich eigentlich keine solch trüben gedanken denken, mein soziales umfeld ist in ordnung, ich bin mehr als glücklich damit, mit den leuten in unmittelbarer nähe wie auch die weiter entfernten. es würde auffallen, wenn ich plötzlich nicht mehr da wäre. aber wie ist es in 30 jahren? oder in 50? sind dann kippen, münzen und glotze alles was mir wichtig ist?
ich muss dringend mit dem rauchen anfangen und mich mal informieren, welche figuren in gute zeiten schlechte zeiten dabei sind…

